Die Natur im Juli

Flora

Der Rote Fingerhut – früher Mordwerkzeug, heute Heilmittel

Der ausgesprochen schöne Rote Fingerhut (Digitalis purpurea) blüht jetzt auf Waldlichtungen, Kahlschlägen und an Waldrändern. Seinen Namen verdankt er seinen bächerförmigen Blüten, die die form eines Fingerhuts haben. Die Pflanze ist sehr giftig. Im Mittelalter wurden die Blätter gern dazu genutzt, unliebsame Zeitgenossen vorzeitig ins Jenseits zu befördern. Heute ist er ein wichtiger Rohstofflieferant der Pharmaindustrie für Herzmedikamente.

Roter Fingerhut am Waldrand

Fauna

Hochzeit für Waldschmetterlinge

Die Waldschmetterlinge haben im Juli ihre Hauptzeit. Besonders auf Waldlichtungen in Laub- und Mischwäldern und auf Waldwegen lassen sich jetzt zahlreiche besonders farbenprächtige Arten, wie der sehr scheue Grosse Schillerfalter (Apatura iris), das bunte Landkärtchen (Araschnia levana), Kleiner Mohrenfalter (Erebia melampus), Trauermantel (Nymphalis antiopa), Brauner Waldvogel (Aphantopus hyperantus) und Schachbrettfalter (Melanargia galathea) beobachten. Die fliegenden Schönheiten haben oft eine besondere Vorliebe für übelriechende Stoffe. Daher findet man sie häufig auf Kothaufen oder auch auf Aas.

Grosser Schillerfalter nur noch zwei Fundorte in der Schweiz
Landkärtchen
Kleiner Mohrenfalter
Trauermantel
Brauner Waldvogel
Schachbrettfalter

Ornithologie

Ringeltauben

Jeder erschrickt, wenn eine Ringeltaube im Walde plötzlich auffliegt. Das heftig klatschende Fluggeräusch kommt einfach zu überraschend. Die Ringeltaube, mit dem typischen weissen Fleck am Hals, ist die grösste und häufigste bei uns vorkommende Taubenart. Männchen und Weibchen sehen gleich aus, einzig das Mädchen ist etwas grösser und schwerer als das Weibchen. Der Balzflug mit dem „Flügelklatschen“ beginnt schon im März. Zur Balz gehört auch, dass das Männchen dem Weibchen mehrere Neststandorte anbietet. Das Weibchen entscheidet dann, wo gebrütet wird. Ringeltauben haben 2 – 3 Bruten pro Jahr. Die Ringeltaube füttert ihre Jungen mit Kropfmilch, die älteren bekommen Wildsamen und Körner. Früher war Die Ringeltaube ein ausgesprochener Waldbewohner, heute findet mann sie überall in Grossen Gärten, Parks und sogar in Städten. Auf ihrem Zug in den Süden, meiden die Vögel die Alpen grösstenteils und fliegen deshalb vorwiegend dem Jura entlang und durch das Mittelland. An gewissen Stellen konzentriert sich der Taubenzug, so dass hier im Oktober oft riesige Verbände beobachtet werden können. In ganz Europa sind Ringeltauben eine begehrte Jagdbeute. Auch Wanderfalke und Habicht versuchen oft in rasanten Jagdflügen, ein Tier aus den grossen, dicht fliegenden Trupps zu erbeuten.

Ringeltaube