Der November, grau und neblig…..

der Übergang in den „grauen Herbst“ ist endgültig vollzogen. Die Natur bereitet sich auf eine Ruhepause vor. Wo das Herbstlaub noch nicht gefallen ist, treiben Novemberfröste die Blätter von den Bäumen. Das Herbstlaub ist für viele Bodenbewohner eine lebenswichtige Grundlage. Es ist Lebensraum, Winterquartier aber auch Nährstoffspender für den Boden.

Vögel, Überlebenskünstler mit vielseitigen Talenten..

Der kleinste Vogel in unseren Wäldern ist das nur fünf Gramm schwere Wintergoldhähnchen. Es ernährt sich auch in der kalten Jahreszeit von winzigen Blattflöhen, die es sogar rüttelnd von den Fichtenknospen lesen kann. Auch der nicht viel grössere Zaunkönig sucht im Unterholz und an Bachufern nach verschiedensten Kleintieren. Dagegen suchen die Baumläufer (Kleiber) systematisch grobborkige Bäume wie Eiche, Kiefer oder Fichte nach unter der Borke verborgenen Kleinlebewesen ab, um so genügend Nahrung zu finden.

Eines der verblüffendsten Beispiele für eine sich von tierischer Kost ernährenden Vogelart ist jedoch der Grünspecht. Er lebt auch im Winter von Ameisen. Doch wie ist das möglich, sind doch im Winter die Ameisen tief im Boden bzw. im Innern der Ameisenburg verborgen? Da bleibt dem Grünspecht nichts anderes übrig, als sich einen Stollen in das Innere einer Ameisenburg zu graben und dort in völliger Dunkelheit mit seiner Klebezunge die winterstarren Ameisen aufzulesen.

Schwarz- und  Buntspecht suchen dagegen im morschen Holz nach Insektenlarven. Ihr kräftiger Meisselschnabel ist dafür ein ideales Werkzeug. In der Nahrungsarmen Spätwinterzeit kann der Buntspecht als einzige heimische Spechtart aber auch auf pflanzliche Kost – nämlich den Samen von Fichte und Kiefer – umstellen.

Den Nahrungsengpass im Winterwald überleben viele Individuen der einzelnen Vogelarten nicht. Es ist eine gnadenlose Auslese der besten und stärksten, die uns Menschen betroffen macht. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass durch diesen Auslesevorgang die einzelnen Arten sich immer wieder die bestmögliche Konkurrenzfähigkeit gegenüber ihren Konkurrenten sichern. Somit ist dies eine wichtige Voraussetzung für das langfristige Fortbestehen aus dem Blickwinkel der einzelnen Art.