Oktober der Herbst hat begonnen

Warum färben sich die Blätter der Bäume?

Im Sommer sind die Blätter der Bäume noch richtig Grün, doch im Herbst wandeln sie sich zu verschiedenen Rot-, Orange- und Gelbtönen. Die Pflanzen bereiten sich nun auf den Winter vor. Mit dem einsetzenden Herbst werden die Tage wieder kürzer und nachts wird es merklich kühler, für die Pflanzen ist das das Signal, um den Pflanzenstoff „Chlorophyll“ abzubauen.

Chlorophyll, das in den Ästen und im Stamm gelagert wird, ist für die grüne Farbe der Blätter verantwortlich. Nun können andere Stoffe aufgebaut werden, wie etwa der Farbstoff „Carotinoid“ , durch den die Blätter Orange werden. Jede Herbstfarbe kann einem anderen Stoff zugeordnet werden. Wenn der Abbau des grünen Blattfarbstoffes beendet ist, bildet sich eine Korkschicht zwischen Ast und Blatt. Das Blatt wird auf diese Weise nicht mehr mit Nährstoffen versorget und fällt ab.

Aber wieso müssen Blätter im Winter überhaupt von den Bäumen fallen? Wenn man sich ein grünes Blatt genauer betrachtet, wird man feststellen, dass es auch viel Wasser enthält. Im Winter würde das Wasser gefrieren und das Blatt zerstört werden. Dies gilt auch für den Stamm, da in ihm viel Wasser gespeichert wird. Ebenso gefriert auch das Wasser im Boden, der Baum kann also auch kein Wasser mehr aufnehmen. Daher stellen die Bäumen ihre Aktivität wie Wachstum und das Ausbilden von Blättern, Blüten oder Früchten ein und machen eine „Winterpause“.

Anders sieht das bei den immergrünen Nadelbäumen wie Kiefern, Tannen oder Eiben aus. Im Gegensatz zu den Blättern der Laubbäume sind ihre Nadeln mit einer isolierenden Wachsschicht ausgestattet, durch die sie vor Kälte geschützt werden und das Wasser im Innern speichern können. Daher müssen die Nadelbäume ihre Nadeln nicht abwerfen, um den Winter zu überstehen.

 

Der Wintervorrat – überlebenswichtig für viele Tiere

Manche Tiere beginnen im Oktober bereits damit, Futtervorräte zu sammeln und zu verstecken. Dazu gehören Eichhörnchen, Mäuse und verschiedene Vögel. Sie sammeln zum Beispiel Zapfen, Nüsse, Samen und Pilze. Dieses Futter lagern sie in Baumhöhlen, leeren Vogelnestern, im Boden oder unter Steinen. Meistens verstecken die Tiere viele mehr als sie fressen können. Dies ist sinnvoll, da die Tiere manchmal vergessen, wo sie das Futter versteckt haben und es nicht mehr wiederfinden können. Es könnte aber auch sein, dass andere Tiere die Wintervorräte klauen und sie deswegen lieber etwas mehr Futter versteckten.

Der Tannenhäher ist auch einer der sich einen Wintervorrat anlegt. Die Rolle des Tannenhähers ist aber keineswegs leicht zu durchschauen. Noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatten die Jäger dem Vogel so massiv nachgestellt, dass er im Alpenraum kurz vor dem Aussterben stand. Denn wegen seines Sammeleifers stand er im Verdacht, zu viele Samen zu entwenden und so die Vermehrung der Zirbelkiefern in Gefahr zu bringen.  Dann aber erlebte die Art einen kompletten Imagewandel. Es wurde nämlich klar, dass ihre Aktivitäten für die auch „Arven“ genannten Bäume extrem wichtig sind. Im Gegensatz zu anderen Nadelbäumen öffnen sich ihre Zapfen nicht von selbst. Zudem sind die Samen ziemlich schwer und nicht mit Flügeln ausgerüstet. Wie sollen sie da nennenswerte Entfernungen zurücklegen? Oder Stellen erreichen, die höher liegen als der Mutterbaum? Dazu muss ein Tannenhäher zunächst einen Zapfen aufhacken und die Samen dann woanders hintragen. Diese Leistung hat dem Rabenvogel den Titel „gefiederter Förster“ eingebracht. Denn er verfügt zwar über ein hervorragendes Gedächtnis, so dass er rund 80 Prozent seiner verborgenen Schätze wiederfindet. Aus dem vergessenen Rest aber können neue Bäume wachsen – sofern die Samen an einer Stelle landen, an der sie gut keimen können. Das aber ist offenbar seltener der Fall, als Ökologen bisher angenommen hatten. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie die die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft  (WSL) in Birmensdorf durchgeführt hat.

In den Schweizer Alpen haben sich die Forscher zum einen die Verstecke der Vögel genauer angeschaut: Liegen diese eher unter einem dichten Kronendach oder in offenerem Gelände? In feuchtem oder trockenem Boden? Zum Anderen haben sie in verschiedenen Höhen zwischen 1850 und 2200 Metern über dem Meeresspiegel selbst Testverstecke angelegt – in kahlem Boden, in der Zwergvegetation oder in Felshabitaten, an der Basis von Baumstämmen oder unter Schnee. Wie oft werden diese Depots jeweils von Nagetieren geplündert? Und wie häufig keimen aus den versteckten Samen neue Bäumchen?

Den Ergebnissen zufolge, scheint sich der gefiederte Förster, nicht sonderlich um die Ansprüche seiner Partnerbäume zu kümmern. Er versteckt die Samen nämlich gerade da, wo sie nicht besonders gut keimen können. So brauchen die Arvensamen feuchten Boden und viel Licht, um aufzugehen. Die Tannenhäher aber legen ihre Depots viel lieber an trockenen Stellen unter einem relativ dichten Kronendach an. Auf diese Weise, wird vermutet, dass die Sammler ihre Vorräte eher vor dem Verderben schützen wollen. Die Arven scheinen dabei auf den ersten Blick kein gutes Geschäft zu machen. Doch sie haben sich offenbar mit der Situation arrangiert. Bei einer Lebenserwartung von bis zu 1000 Jahren genügt wohl auch ein geringer Anteil von gekeimten Samen, um ihre Bestände zu erhalten. Der Tannenhäher ist also eines der wenigen Beispiele, bei denen die Samenausbreitung nicht so erfolgt, wie es für die Pflanze optimal wäre.