November- der Nebelmonat

Die Natur bereitet sich auf die Ruhepause vor. Das Herbstlaub ist für viele Bodenbewohner eine lebenswichtige Grundlage. Wildfrüchte stehen bei Vögeln nun hoch im Kurs. Begehrt ist neben Vogelbeere, Liguster und Hagebutte auch die Schlehe, deren Früchte nach dem ersten Frost süss schmecken. Viele Vogelarten sind in der kalten Jahreszeit auf ein vielseitiges Beeren- und Früchteangebot angewiesen: Rotkehlchen nutzen 40, Wacholderdrosseln 45 und Buntspechte 17 verschiedene Arten beerentragender Pflanzen zu ihrer Ernährung.

Säugetiere wie Fledermäuse, Siebenschläfer und Igel beginnen spätestens jetzt mit dem Winterschlaf. Andere trotzen dem Winter mit einem dicken Fell. Hirsch und Reh, Fuchs, Marder und Iltis wechseln vom Sommer- zum besser isolierenden Winterfell. Das Hermelin ändert dabei sogar vollständig die Farbe von braun zu weiss. Nur die schwarze Schwanzspitze bleibt in beiden Fellkleidern erhalten.

Euroas häufigste Eule sorgt für Krimistimmung

„Schuu-hu-huuuu!“ schallt es im Winter im Dunkeln in den Wäldern. Urheber des schaurig-schönen Gesangs ist der Waldkauz, der bereits in Hochzeitsstimmung ist. Bekannt ist der Waldkauz eigentlich jedem, denn fast jede Nachtszene in Kriminalfilmen wird mit seinem langgezogenen Balzruf untermalt. Am häufigsten rufen Eulen in der Abenddämmerung. Deshalb bietet sich ein Spaziergang kurz nach Sonnenuntergang am ehesten an, um den balzenden Vögeln zu lauschen. Im Herbst haben sich junge Paare zusammengefunden und bleiben nun ihr Leben lang zusammen. Sie suchen sich ein Revier in alten Wäldern oder Parks mit möglichst vielen Mäusen, auch Kleinvögel, Amphibien und Insekten stehen auf dem Speisezettel.

Da die Eulen die getötete Beute mit dem Kopf voran, oft in einem Stück verspeisen, würgen sie danach die unverdauten Fell- und Knochenreste, als Gewölle wieder heraus. Mit ihrer Hilfe kann man die Eulen auch tagsüber aufspüren. Manchmal liegen ganze Haufen dieser grau-schwarzen „Zigarren“ unter einem Baum. Oft sitzt dann tagsüber eine Eule in diesem Baum und verdaut gemütlich die Beute der Nacht. Bis zu 60 Kilogramm Fleisch futtert ein Pärchen innerhalb eines Jahres – das sind einige Tausend Mäuse.

Früh im Jahr legt das Weibchen drei bis fünf weisse Eier in ein kleines gepolstertes Nest aus alten Gewöllen. Das Männchen versorgt sie dann mit frischen Mäusen. Nach einer Brutzeit von ca. 30 Tagen schlüpfen die Jungen aus. Nun werden diese 5 Wochen lang von beiden Elternteilen, im Nest mit Nahrung versorgt. Nach dieser Zeit verlassen die Jungen das Nest und klettern auf einen in der Nähe gelegenen Baum, dann werden sie zu „Ästlingen“ und werden noch weitere 6 Wochen von den Eltern gefüttert. Im Alter von fünf Monaten ist das Gefieder der Jungen von dem der Alten kaum noch zu unterscheiden.

Die Geburtenrate richtet sich nach dem Futterangebot, als viel Futter = viel Nachwuchs, weniger Futter = geringerer Nachwuchs.