Alpenweekend in Leuk

Alpen-Weekend in Leuk

Die Wettervorhersagen konnten besser nicht sein, für ein Wochenende in den Alpen. Auch die Umgebung von Leuk , mit seinem fast mediterranen Klima, versprach viel interessante Naturbeobachtungen. Mit diesen Voraussetzungen fuhren wir mit einem Kleinbus, gelenkt vom Präsident persönlich, Richtung Kandersteg zum Autoverlad. Angekommen im Wallis ging es weiter in Richtung Unterkunft zum Golfhotel Tenne in Leuk, wo wir von der Gastwirtin herzlich empfangen wurden. Auch der Wendehals, den wir als ersten auf die Artenliste setzen konnten, begrüsste uns mit seinem“ tie-tie-tie-tie“. Rasch wurden die Zimmer bezogen, die „Reiseschuhe“ durch Wanderschuhe getauscht, Rucksack und Feldstecher umgehängt, das Fernrohr geschultert und schon konnte es losgehen auf die erste Exkursion. Mit „unserem Bus“ fuhren wir zu der Satellitenbodenstation oberhalb von Leuk, von wo die Exkursion startete. Kaum dem Bus entstiegen wurde die Gegend durch den Feldstecher hindurch abgecheckt, vor allem wurde der Himmel ganz genau unter die Lupe genommen, befanden wir uns doch in der Heimat des Bartgeiers, dieser liess sich aber nicht blicken. Statt dessen zeigten sich Steinadler, Mäusebussard, Wespenbussard und Turmfalke. Die Route führte via Brentjong zur „Hohen Brücke“, über die „Platten“ hinunter zum Bahnhof von Turtmann, von wo wir mit der Bahn nach Leuk zurück fuhren. In der Schlucht wo die „Hohe Brücke“ darüber führt, konnten wir dem Mauerläufer, das Tages-Highlight und für einige auch eine Erstbeobachtung, bei der Nahrungssuche an den steilen Felswänden zusehen. In der Nachmittagshitze beim traversieren des felsigen Gebietes „Platten“, konnte man erahnen was es für Flora und Fauna bedeutet, hier in der Extreme zu leben. Angekommen am Bahnhof von Leuk liessen wir bei Kaffee und Glace die gewonnenen Eindrücke nochmal Revue passieren und auf der Artenliste waren wir bei 41 Arten angelangt, darunter Berglaubsänger, Wiedehopf, Heidelerche, Neuntöter usw.

Nach dem herrlich feinen Nachtessen ging es nochmals auf eine kleine Abendexkursion um dem Gesang des Ziegenmelkers und der Zwergohreule zu lauschen, ersterer konnten wir hören, die Zwergohreule blieb leider stumm darum kehrten wir zum Hotel zurück um am Sonntag frisch und mit neuen Kräften versehen das Gebiet der Gemmi zu erkunden. Auf der Fahrt nach Leukerbad waren alle gespannt was der Sonntag alles bringen wird und ob der Bartgeier sich zeigen wird. Kurz vor zehn Uhr bestiegen wir die Gondel der Gemmi-Bahn und liessen uns vom imposanten Bergmassiv beeindrucken. Oben angekommen zog es alle auf die Aussichtsplattform um das wunderschöne Panorama zu bestaunen, dabei konnten auch schon einige der Alpenbewohner ausgemacht werden, so zum Beispiel Alpendole und Schneesperling. Auf dem Weg hinunter zum Daubensee wurde auch die einzigartige Alpenflora bestaunt, auch Steinböcke liessen sich blicken, jedoch wurde der Blick immer wieder mal gegen den Himmel gerichtet, um den Bartgeier ja nicht zu verpassen. Unten am See angekommen war es Zeit für die Mittagsrast, danach Wanderten wir dem Ufer entlang Richtung Daubensee-Bahn, wo wir anstelle des Bartgeiers, sechs Gänsegeier beim hochschrauben in der Thermik, beobachten konnten. Während ein Teil der NVE-ler den Anstieg unter die Sohlen nahm, bestiegen die anderen die Luftseilbahn, um wieder zur Bergstation der Gemmi-Bahn zu gelangen. Als letzte und 49. Art liess sich der Zitronenzeisig auf der Liste verbuchen, der Bartgeier blieb leider fern, auf diesen müssen wir bis im nächste Jahr warten, denn das Weekend hat allen so gut gefallen, dass man sagen kann, „Nach dem Weekend ist vor dem Weekend“. Pünktlich wie auf dem Programm bekannt gegeben, trafen wir um achtzehn Uhr in Egerkingen ein. Mit schönen und in guter Erinnerung bleibenden Eindrücken, kehrten alle müde aber glücklich nach Hause zurück.